Wing Jun Center Sifu Viktor Scheifele

 

 

Viktor Scheifele und die Gründung des Wing Jun Centers

 

Mein Name ist Viktor Scheifele. Heute bin ich Leiter des Wing Jun Centers. Dass es so kam war durchaus kein Zufall. Schon als Kind habe ich mit Ringen zu tun gehabt und später auch mit Boxen experimentiert. Doch die eigentliche Begeisterung für die Kampfkünste begann mit dem Hype um diese in den siebziger und frühen achtziger Jahren. Besonders angetan war ich von dem allzeit berühmten Bruce Lee. Schnell war mir das nachahmen von Bewegungen und Szenen nicht mehr genug, weshalb ich mich auf die Suche nach einem Stil machte der zu mir passt. Zunächst stieß ich auf eine örtlich bekannte Tea Kwon Do Schule, wo ich mich gleich anmeldete. Früher war dies einer der bekanntesten Stile. Es dauerte nicht sehr lange bis mir klar wurde, dass dies nicht das war was ich mir unter Kampfkunst vorstellte. Zu viele Lücken und das Kämpfen nach regeln nahmen der Sache die Realität und den Hintergrund den eine Kampfkunst eigentlich ausmacht.

So geriet ich nach einer gewissen Zeit an meinen ersten Lehrer der chinesischen Kampfkunst Wing Tsun. Sein Name war Sifu Thomas. Er war mit seiner Schule Mitglied der EWTO, welche von Keith Kernspecht geleitet wird. Er hatte eine noch recht junge Schule in Pforzheim, welche auch noch nicht sehr bekannt war. Die Art und Weise wie der mir damals unbekannte Stil funktionierte und die Zielsetzung deckten sich genau mit meiner Vorstellung. Es ging ums Kämpfen. Nicht etwa um eine einfache Schlägerei, vielmehr um die Überlegenheit durch Technik und durch Köpfchen. Dass Wing Tsun kein roher Stil basierend auf Gewalt ist, war mir schnell klar.
Nach ein paar Jahren Training und sammeln verschiedener Erfahrungen, sah mein damaliger Lehrer, dass ich zu mehr bereit war. Im Gegensatz zu vielen meiner Mitschüler, war Wing Tsun mehr als ein Hobby für mich. Es war eine Lehre, ein System das ich meistern wollte. Dies zog die Aufmerksamkeit meines Lehrers auf mich. So übergab er mir immer öfter die Leitung des Unterrichts in seiner Schule. Er unterwies mich im Unterrichten, denn die Sicht des Lehrers auf die Sache ist bei weitem nicht die gleiche wie die eines Schülers.
Sifu Thomas hatte nicht nur eine Schule. Die Schule hier in Pforzheim, war eine Zweigstelle von ihm und als er älter wurde, konzentrierte er sich immer mehr auf seine älteren Schulen und überlies mir seine in Pforzheim als sein Nachfolger.

Nach längerer Zeit und als ich der Meisterschaft immer näher kam, bemerkte ich gewisse Unstimmigkeiten in der Struktur des Wing Tsun. Es wurde nach oben hin immer dünner und alles "Hohe" hatte nicht mehr mit dem gemein was anfangs unterrichtet wurde. Was bei einem System eigentlich nicht der Fall sein sollte. So machte ich mich erneut auf die Suche.

Irgendwann fiel mir dann ein Wing Chun Lehrer auf, welcher so spielend mit Wing Jun arbeitete, wie ich es mir vorstellte. Ich war so begeistert wie an meinem ersten Tag. Es machte Sinn was er unterrichtete, egal ob es die erste Bewegung oder der "hohe" Gedanke war. Es fügte sich zu einer Einheit.
Sifu Gary Lam Meisterschüler von Wong Shun Leung, ein direkter und wohl einer der nennenswertesten Nachfolger Ip Mans. Er füllte genau die Lücken die ich hatte und die mich so lange beschäftigten. Sicher, war es eine Umstellung um diese Lehren zu verinnerlichen und zu meistern.  Doch bekanntlich ist der Weg das Ziel.

Nachdem ich nun das gesamte Wing Chun System kennenlernte und Stück für Stück meisterte, entschloss ich mich, mich von der EWTO zu trennen. Schließlich brauchte ich die Möglichkeit frei zu unterrichten um meine Lehren unverfälscht weitergeben zu können. So gründete ich das Wing Jun Center. Mit der Gründung hatte ich dann endlich die Möglichkeit Wing Jun dem Gedanken zu entziehen es ändern oder verbessern zu müssen. Zweifelsohne Absichten die in der Unwissenheit entstanden sind. Vielmehr geht es mir heute darum, das Wing Jun in seiner effektivsten Form weiterzugeben. Damit ist nicht nur der Kampf an sich gemeint. Hinter Wing Jun verbirgt sich eine ganze Philosophie. Eine solche Kampfkunst lässt sich auf jede Lebenslage übertragen. Es lässt uns die Dinge anders, vielleicht weiser oder nüchterner sehen. Die effektivste und vollständigste Form des Wing Jun ist seine ursprüngliche Form, so wie Ip Man es weitergab.

Nun meine Absichten für die Zukunft sind die Verbreitung und die Erhaltung des traditionellen
Wing Jun Systems. Es sollen zukünftig neue Generationen entstehen, die Wing Jun weitergeben.
Es ist für mich sehr wichtig, dass meine Schüler etwas lernen. Es geht mir nicht darum sie zu unterhalten indem ich ihnen laufend von neuen Entdeckungen berichte oder ihnen noch schönere Bewegungen beibringe. Es stellt keinen Erfolg für mich dar, Räume mit Schülern zu füllen. Vielmehr geht es mir darum, dass ein Schüler Wing Jun anwenden kann. Sowohl im Kampf, als auch für seine Gesundheit und in seinem Verhalten generell.  

Sifu Viktor Scheifele

 

 

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